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Rezidivierende Bauchschmerzen: Helicobacter pylori

Das Wichtigste
- H. pylori ist eine wichtige Ursache der chronisch aktiven Gastritis und der peptischen Ulkuskrankheit bei Kindern.
- Keine routinemäßige H.-pylori-Testung und kein Test-and-Treat bei funktionellen Bauchschmerzen.
- Bei Kindern wird die Diagnose endoskopisch mit Magenbiopsien gestellt, idealerweise mit Kultur oder molekularer Resistenztestung.
- Therapie nach Antibiotikaempfindlichkeit wählen; clarithromycinhaltige Schemata vermeiden, wenn die Empfindlichkeit unbekannt ist.
- Eradikation frühestens 4 Wochen nach Therapieende mit einem 13C-Harnstoff-Atemtest oder einem monoklonalen Stuhlantigentest bestätigen.
- Keine Serologie: Antikörper bleiben auch nach Eradikation positiv.
Was H. pylori bewirkt und wie man es findet
H. pylori lebt in der Schleimschicht des Magens und verursacht eine chronisch aktive Gastritis. Manche Kinder entwickeln Duodenal- oder Magenulzera. Die Infektion wird meist bei einer Endoskopie gefunden, die wegen Alarmzeichen wie einer gastrointestinalen Blutung oder eines Ulkusverdachts erfolgt.
Die gemeinsame ESPGHAN/NASPGHAN-Leitlinie von 2023 empfiehlt, die Infektion anhand von Magenbiopsien statt nichtinvasiver Tests zu diagnostizieren, damit die Ursache der Symptome sichtbar wird und die Empfindlichkeit getestet werden kann.
- Biopsien: Histologie plus Kultur oder molekulare Testung auf Clarithromycin- (und andere) Resistenz.
- Nichtinvasive Tests (Harnstoff-Atemtest, monoklonales Stuhlantigen) dienen vor allem der Eradikationskontrolle.
- Serumantikörpertests sind bei Kindern nicht hilfreich: Sie unterscheiden nicht zwischen früherer und aktueller Infektion.
Wer nicht getestet werden sollte

Ein Kind mit chronischen Bauchschmerzen, normalem Wachstum, normaler Untersuchung und ohne Warnzeichen hat am ehesten eine funktionelle Störung. H. pylori verursacht keine funktionellen Bauchschmerzen; Testen und Behandeln lindert sie daher nicht und setzt das Kind ohne Nutzen Antibiotika aus.
- Funktionelle Bauchschmerzen ohne Alarmzeichen: kein H.-pylori-Test.
- Bei Kindern kein Test-and-Treat-Vorgehen.
- Alarmzeichen (Gewichtsverlust, verlangsamtes Wachstum, Blut im Stuhl, galliges Erbrechen) erfordern eine Abklärung, die eine Endoskopie einschließen kann.
Behandlung und Eradikationskontrolle
- Behandeln, wenn H. pylori in der Biopsie nachgewiesen wird und das Kind eine Erkrankung wie ein peptisches Ulkus hat; bei einem Zufallsbefund Nutzen und Risiken besprechen.
- Das Schema nach der Antibiotikaempfindlichkeit des Stammes wählen. Clarithromycinresistenz ist häufig; Clarithromycin daher bei unbekannter Empfindlichkeit vermeiden.
- Einen PPI zusammen mit den Antibiotika über eine vollständige 14-tägige Therapie geben und die Adhärenz betonen.
- Eradikation frühestens 4 Wochen nach Therapieende mit einem 13C-Harnstoff-Atemtest oder einem monoklonalen Stuhlantigentest prüfen.
- PPI etwa 2 Wochen vor der Eradikationskontrolle absetzen; sie verursachen falsch-negative Ergebnisse.
Häufige Fragen
Sollten Kinder mit rezidivierenden Bauchschmerzen auf H. pylori getestet werden?
Nein. Ohne Alarmzeichen sind die Schmerzen meist funktionell, und H.-pylori-Testung oder -Behandlung hilft nicht.
Wie bestätigt man, dass H. pylori bei einem Kind eradiziert ist?
Mit einem 13C-Harnstoff-Atemtest oder einem monoklonalen Stuhlantigentest frühestens 4 Wochen nach Therapieende, nach etwa 2 Wochen ohne PPI.
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Quellen
- ESPGHAN/NASPGHAN 2023: Aktualisierte Leitlinien zu Helicobacter pylori bei Kindern und Jugendlichen (JPGN)
- Rome IV 2016: Funktionelle Störungen bei Kindern und Jugendlichen (Gastroenterology)
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